Taubler Sport: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „= Taubler Sport = Ein Utility im Maßstab 1:5,2 Bauanleitung Author: B. Brem == Vorwort == Ich weiß, es ist vergebens, aber dennoch einige Bitten: • Lest Euch die ganze Anleitung durch, bevor Ihr zur Säge greift! Bei manchem Schritt wird erst im Nachinein klar, warum er zu dem Zeitpunkt durchgeführt wurde, wie in der Anleitung steht! • Holt Euch als Referenz die Original-Pläne des Vorbilds. == Bezug der Materialien == Die komplette Bezugslist…“ |
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Ein Utility im Maßstab 1:5,2 | |||
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Bauanleitung | Bauanleitung | ||
Author: B. Brem | Author: B. Brem | ||
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== Vorwort == | == Vorwort == | ||
Die Taubler Sport ist ein Rennboot, dessen Pläne zum Nachbau in der Zeitschrift "BoatSport" im Februar 1953 veröffentlicht wurden. Die Zeutschrift ist auch heute noch inklusive Plan bei https://www.boatsport.org/ als PDF herunterladbar: [https://www.boatsport.org/magpdf/bsv15.pdf bsv15.pdf], die Pläne sind ab Seite 18. Das hier gezeigte Modell ist ein Boot der Modellboot-Klasse 152VO. In dieser Klasse treten Außenborder-Modellrennboote im Maßstab 1:5,2 gegeneinander an, genaueres siehe [https://www.152vo.de www.152vo.de] | |||
Ich weiß, es ist vergebens, aber dennoch einige Bitten: | Ich weiß, es ist vergebens, aber dennoch einige Bitten: | ||
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sich nicht, ein Risiko einzugehen! | sich nicht, ein Risiko einzugehen! | ||
Die Pläne | Die Pläne [https://www.dropbox.com/scl/fi/2e4ddtn13s43gj29uwu20/1_Plan_Helling_DinA1.pdf?rlkey=hph2ar27foulo2aanxn8yvbiv&st=yq2budk8&dl=0 1_Plan_Helling_DinA1.pdf] und [https://www.dropbox.com/scl/fi/6fydhwnfkyaiqxzfn5vnv/2_Plan_Bauhilfe_DinA1.pdf?rlkey=q8x2mnkgdx0rcjn7d2xpunkgy&st=n3etwieo&dl=0 2_Plan_Bauhilfe_DinA1.pdf] müssen auf DinA1 ausgedruckt werden. | ||
Dies wird oft von Copyshops angeboten, es gibt notfalls auch Internet-Dienstleister. | Dies wird oft von Copyshops angeboten, es gibt notfalls auch Internet-Dienstleister. | ||
Danach wird der Plan „plan_1_helling_A1“ als Vorlage auf die Helling geklebt. Dazu wird am | Danach wird der Plan „plan_1_helling_A1“ als Vorlage auf die Helling geklebt. Dazu wird am besten so vorgegangen: | ||
so vorgegangen: | |||
• Plan ettwas größer als die Helling zuschneiden, die „Hinterkante“ (Seite des Transoms) exakt | • Plan ettwas größer als die Helling zuschneiden, die „Hinterkante“ (Seite des Transoms) exakt | ||
gerade. An der Hinterkante wird die Fortsetzung der Bootsachse markiert. | gerade. An der Hinterkante wird die Fortsetzung der Bootsachse markiert. | ||
• Die Mitte der Kurzseite des Regalbodens wird markiert | • Die Mitte der Kurzseite des Regalbodens wird markiert | ||
• Der Regalboden wird mit Sprühkleber eingesprüht | • Der Regalboden wird mit Sprühkleber eingesprüht | ||
• Der Plan ist – beginnend von der Seite des Transoms – glatt und verzugsfrei auf das Brett | • Der Plan ist – beginnend von der Seite des Transoms – glatt und verzugsfrei auf das Brett | ||
aufgeklebt. Hierbei wird die Markierung der Bootsachse auf die Markierung der | aufgeklebt. Hierbei wird die Markierung der Bootsachse auf die Markierung der | ||
Regalbodenmitte gebracht. | Regalbodenmitte gebracht. | ||
• Die überstehenden Ränder werden mit einem Cutter abgeschnitten. | • Die überstehenden Ränder werden mit einem Cutter abgeschnitten. | ||
Das Ergebnis soll folgendermaßen aussehen: | Das Ergebnis soll folgendermaßen aussehen: | ||
Abbildung 1: Helling mit aufgeklebtem Plan | |||
[[Datei:Helling.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
Auf die so vorbereitete Helling werden Abschnitte von 15x15 mm Quadratleisten als Winkel für | Auf die so vorbereitete Helling werden Abschnitte von 15x15 mm Quadratleisten als Winkel für | ||
Spanten und Aufbauhilfe ebenfalls mit Sprühkleber oder Klebestift geklebt. Die Leisten sind so | Spanten und Aufbauhilfe ebenfalls mit Sprühkleber oder Klebestift geklebt. Die Leisten sind so | ||
anzuordnen, dass sie exakt an der Linie, an der später die Spanten bzw. Bauhilfen angeklebt werden, | anzuordnen, dass sie exakt an der Linie, an der später die Spanten bzw. Bauhilfen angeklebt werden,ausgerichtet sind. Die Leisten werden in diesem Arbeitsschritt noch nicht mit der Helling verschraubt, damit während des Probeaufbaus der Spanten notfalls eine Leiste noch mal gelöst und besser positioniert werden kann. Ebenso werden 1 cm lange Abschnitte von 5x5 mm Leisten an die | ||
ausgerichtet sind. Die Leisten werden in diesem Arbeitsschritt noch nicht mit der Helling verschraubt, | |||
damit während des Probeaufbaus der Spanten notfalls eine Leiste noch mal gelöst und besser | |||
positioniert werden kann. Ebenso werden 1 cm lange Abschnitte von 5x5 mm Leisten an die | |||
eingezeichneten Stellen auf die Helling geklebt. Diese legen die Position der Spantenfüße auf der | eingezeichneten Stellen auf die Helling geklebt. Diese legen die Position der Spantenfüße auf der | ||
Helling fest. Das Ergebnis sollte wie in Abbildung 2 aussehen. | Helling fest. Das Ergebnis sollte wie in Abbildung 2 aussehen. | ||
Im Anschluss sind die Pläne | |||
Im Anschluss sind die Pläne | |||
Maßstabs auf Maßhaltigkeit des Ausdrucks zu überprüfen. | |||
* [https://www.dropbox.com/scl/fi/lj49inudgp68kre1akxcz/3_Plan_Transom_DinA4.pdf?rlkey=sdcwo878a290l3ajvq23y8k27&st=1st8ow8w&dl=0 3_Plan_Transom_DinA4.pdf], | |||
Die Bauteile auf den Ausdrucken sind zusammen mit der bereits ausgedruckten | * [https://www.dropbox.com/scl/fi/bsagrhjhsnb0l4jxb555z/4_Plan_Transom1_DinA4.pdf?rlkey=ag33yrduaajnxt7850v22514a&st=pkdl8r11&dl=0 4_Plan_Transom1_DinA4.pdf] | ||
aus 3 mm Flugzeug-Sperrholz (FSH) auszusägen. Hierzu sind die Bauteile aus den Ausdrucken mit | * [https://www.dropbox.com/scl/fi/adjue0v9kykyjxj0f62d0/5_Plan_Spant1_DinA4.pdf?rlkey=a2xket9hv3rdndsbq6256xxv0&st=1jz12n9x&dl=0 5_Plan_Spant1_DinA4.pdf] | ||
* [https://www.dropbox.com/scl/fi/09dsrivszkwqwhtaow8e2/6_Plan_Spant2_DinA4.pdf?rlkey=p9aaajdxlqr46xdbyj1blng1r&st=8swpg1ni&dl=0 6_Plan_Spant2_DinA4.pdf] | |||
* [https://www.dropbox.com/scl/fi/xw7bveplo5gx2nencit55/7_Plan_Spant3_DinA4.pdf?rlkey=rbrz00er7hgk4es4htbqvgdy3&st=x2f4p4sp&dl=0 7_Plan_Spant3_DinA4.pdf] | |||
* [https://www.dropbox.com/scl/fi/tlilqhb73ul5cl5vbah50/8_Plan_Spant4_DinA4.pdf?rlkey=cnyz3ffnq8duzn09yi9h27g3a&st=9gcdb48z&dl=0 8_Plan_Spant4_DinA4.pdf] | |||
auf DinA4 auszurucken und anhand des aufgedruckten Maßstabs auf Maßhaltigkeit des Ausdrucks zu überprüfen. | |||
== Anfertigung Spanten == | |||
Die Bauteile auf den Ausdrucken sind zusammen mit der bereits ausgedruckten aus 3 mm Flugzeug-Sperrholz (FSH) auszusägen. Hierzu sind die Bauteile aus den Ausdrucken mit | |||
einer Schere mit Rand auszuschneiden und mit Sprühkleber oder Klebestift auf das Holz geklebt. Dann | einer Schere mit Rand auszuschneiden und mit Sprühkleber oder Klebestift auf das Holz geklebt. Dann | ||
werden die Bauteile mit etwas Rand ausgesägt, der Rand im Anschluss mit einer Feile bis auf die Linie | werden die Bauteile mit etwas Rand ausgesägt, der Rand im Anschluss mit einer Feile bis auf die Linie abgeschliffen. Das Papier ist nun zu entfernen. | ||
abgeschliffen. Das Papier ist nun zu entfernen. | |||
Abbildung 2: Helling mit Stützwinkeln | Abbildung 2: Helling mit Stützwinkeln | ||
[[Datei:Helling1.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
Die Bauteile aus „plan_9_stem_transomknee_A4“ sind nun ebenfalls auszuschneiden, allerdings aus | Die Bauteile aus „plan_9_stem_transomknee_A4“ sind nun ebenfalls auszuschneiden, allerdings aus | ||
1,5 mm FSH. Die Bauhilfe ist damit sowohl am Stem als auch am Transom-Knee aufzudoppeln, so | 1,5 mm FSH. Die Bauhilfe ist damit sowohl am Stem als auch am Transom-Knee aufzudoppeln, so | ||
dass eine Gesamt-Stärke von 6 mm entsteht (3 mm Bauhilfe, auf jeder Seite 1,5 mm Verstärkung). | dass eine Gesamt-Stärke von 6 mm entsteht (3 mm Bauhilfe, auf jeder Seite 1,5 mm Verstärkung). | ||
Diese verstärkten Teile sind die einzigen Teile der Bauhilfe, die endgültig im Boot bleiben, der Rest | Diese verstärkten Teile sind die einzigen Teile der Bauhilfe, die endgültig im Boot bleiben, der Rest wird in einem später beschriebenen Arbeitsschtritt entfernt. | ||
wird in einem später beschriebenen Arbeitsschtritt entfernt. | |||
Sollen Spanten und Transom gebeizt werden, so ist dies bereits jetzt zu tun. Dabei ist darauf zu | Sollen Spanten und Transom gebeizt werden, so ist dies bereits jetzt zu tun. Dabei ist darauf zu | ||
achtenm daß die Poren des Holzes von Resten des Sprühklebers oder Klebestift mit Hilfe von | achtenm daß die Poren des Holzes von Resten des Sprühklebers oder Klebestift mit Hilfe von Schleifpapier befreit werden. Im Anschluss sind noch die beiden Transom-Teile aufeinanderzukleben. | ||
Schleifpapier befreit werden. Im Anschluss sind noch die beiden Transom-Teile aufeinanderzukleben. | |||
Das Ergebnis soll wie in Abbildung 3 aussehen. | Das Ergebnis soll wie in Abbildung 3 aussehen. | ||
Abbildung 3: Ausgesägte Frames | Abbildung 3: Ausgesägte Frames | ||
[[Datei:Taubler Spanten.jpg|zentriert|800x800px|Spanten der Taubler Sport]] | |||
Im Anschluss sind die Spanten probeweise aufzustellen (noch nicht verkleben!) und zu überprüfen, ob | |||
die exakte Ausrichtung auf der Helling passt. Das Ergebnis soll wie in Abbildung 4 aussehen. Hier | |||
wurde anstelle der eigentlichen Kiel-Leiste eine 20*2 mm Plastikleiste als Ausricht-Hilfe benutzt: Im | == Aufstellen des Spantengerüsts == | ||
Gegensatz zu den meisten Holzleisten ist diese absolut gerade und zwingt damit die Spanten entlang | Im Anschluss sind die Spanten probeweise aufzustellen (noch nicht verkleben!) und zu überprüfen, ob die exakte Ausrichtung auf der Helling passt. Das Ergebnis soll wie in Abbildung 4 aussehen. Hier wurde anstelle der eigentlichen Kiel-Leiste eine 20*2 mm Plastikleiste als Ausricht-Hilfe benutzt: Im Gegensatz zu den meisten Holzleisten ist diese absolut gerade und zwingt damit die Spanten entlang ihrer Ausschnitte für die Kielleiste in eine Reihe. Hat sich herausgestellt, dass alles passt, wird das Gerüst wieder abgebaut und die bisher nur auf die Helling geklebten 15x15-Leisten mit 3,0x25mm-Holzschrauben endgültig angeschraubt. Im Anschluss kann das Spantengerüst wieder aufgebaut und diesmal verklebt werden. Als Erstes wird die Bauhilfe an ihre Befestigungen geklebt. Die Spanten werden mit den 15x15mm-Leisten verklebt. Hierbei ist die Ausrichtung der Spanten genau zu prüfen: Sind die Spanten auf jeder Seite gleich hoch? (Schieblehre an Ecken) Stehen sie parallel zueinander? Der Transom ist sicher das Teil, das aufgrund seiner Schrägstellung am schwierigsten gerade auszurichten ist. Deswegen wird er erst jetzt, nachdem die Spanten aufgestellt und verklebt sind und das Gerüst somit schon eine gewisse Festigkeit in sich hat. | ||
ihrer Ausschnitte für die Kielleiste in eine Reihe. | |||
Hat sich herausgestellt, dass alles passt, wird das Gerüst wieder abgebaut und die bisher nur auf die | Abbildung 4: Zur Probe aufgestellte Spanten | ||
Helling | [[Datei:Spanten1.jpg|zentriert|800x800px|Aufgestelltes Spanten-Gerüst]] | ||
kann das Spantengerüst wieder aufgebaut und diesmal verklebt werden. Als Erstes wird die Bauhilfe an | |||
ihre Befestigungen geklebt. Die Spanten werden mit den 15x15mm-Leisten verklebt. Hierbei ist die | |||
Ausrichtung der Spanten genau zu prüfen: Sind die Spanten auf jeder Seite gleich hoch? ( | Der nächste Schritt ist das Zusägen des Kiels und der Battern (die Verstärkungen, die parallel zum Kiel verlaufen) und das Einkleben dieser Teile. Folgendermaßen kann vorgegangen werden: | ||
an Ecken) Stehen sie parallel zueinander? Der Transom ist sicher das Teil, das aufgrund seiner | |||
aufgestellt und verklebt sind und das Gerüst somit schon eine gewisse Festigkeit in sich hat. | |||
Der nächste Schritt ist das Zusägen des Kiels und der Battern (die Verstärkungen, die parallel zum Kiel | |||
verlaufen) und das Einkleben dieser Teile. Folgendermaßen kann vorgegangen werden: | |||
• Mit einer dünnen Leiste wird bestimmt, in welchem Winkel die Chine (Kante zwischen Boden | • Mit einer dünnen Leiste wird bestimmt, in welchem Winkel die Chine (Kante zwischen Boden | ||
und Bordwand) in den Bug läuft. | und Bordwand) in den Bug läuft. | ||
• Der Bug wird (erst einmal grob, lieber zu wenig abschleifen als zu viel, die Feinarbeit erfolgt | |||
später) in diesem Winkel spitz geschliffen | • Der Bug wird (erst einmal grob, lieber zu wenig abschleifen als zu viel, die Feinarbeit erfolgt später) in diesem Winkel spitz geschliffen | ||
• Die „Ersatzleiste“ aus Plastik wird so zugeschnitten, dass sie im gleichen Winkel in den Bug | |||
läuft, aber um ca. 3 mm nach hinten versetzt (damit die Chine-Leiste später davor geklebt | • Die „Ersatzleiste“ aus Plastik wird so zugeschnitten, dass sie im gleichen Winkel in den Bug läuft, aber um ca. 3 mm nach hinten versetzt (damit die Chine-Leiste später davor geklebt | ||
werden kann und dann bündig in den Kiel läuft) | werden kann und dann bündig in den Kiel läuft) | ||
• Wenn die Ersatzleiste richtig ist, werden ihre Abmessungen auf den „richtigen“ Kiel übertragen und dieser zugeschnitten. Mit einem Bleistift ist die Mittellinie einzuzeichnen (wichtig fürs | |||
• Wenn die Ersatzleiste richtig ist, werden ihre Abmessungen auf den „richtigen“ Kiel übertragen | |||
und dieser zugeschnitten. Mit einem Bleistift ist die Mittellinie einzuzeichnen (wichtig fürs | |||
spätere Schleifen) | spätere Schleifen) | ||
• Die Battern werden ebenfalls in die richtige Länge geschnitten. Dazu werden wieder die dünne | |||
Leiste an die Position der Chine gehalten und bestimmt, wo die Battern an die Chine geklebt | • Die Battern werden ebenfalls in die richtige Länge geschnitten. Dazu werden wieder die dünne Leiste an die Position der Chine gehalten und bestimmt, wo die Battern an die Chine geklebt | ||
werden. | werden. | ||
• Es wird wieder der provisorische Plastik-Kiel eingelegt und die Battern eingeklebt. Dabei wird | • Es wird wieder der provisorische Plastik-Kiel eingelegt und die Battern eingeklebt. Dabei wird | ||
darauf geachtet, dass die Spanten (die sich in diesem Zustand noch leicht hin- und herbiegen | darauf geachtet, dass die Spanten (die sich in diesem Zustand noch leicht hin- und herbiegen | ||
lassen) exakt im rechten Winkel zum Platikkiel stehen | lassen) exakt im rechten Winkel zum Platikkiel stehen | ||
• Danach kann der Plastikkiel entnommen werden und der | |||
Klebstoff wird im Bug- und Heckbereich dort auf die Bauhilfe aufgetragen, wo diese | • Danach kann der Plastikkiel entnommen werden und der endgültige Kiel eingeklebt werden: Der Klebstoff wird im Bug- und Heckbereich dort auf die Bauhilfe aufgetragen, wo diese aufgedoppelt wird. Spanten und Transom werden ebenfalls mit Klebstoff an den Stellen, wo die Kielleiste verläuft, bestrichen. Die restliche Bauhilfe wird nicht mit Klebstoff bestrichen, da sie | ||
aufgedoppelt wird. Spanten und Transom werden ebenfalls mit Klebstoff an den Stellen, wo die | später wieder entnommen werden soll. Der Kiel wird eingelegt und festgeklammert. Das Ergebnis dieser Arbeit sollte grob wie in Abbildung 5 und Abbildung 6 aussehen. | ||
Kielleiste verläuft, bestrichen. Die restliche Bauhilfe wird nicht mit Klebstoff bestrichen, da sie | |||
später wieder entnommen werden soll. Der Kiel wird eingelegt und festgeklammert. | |||
Das Ergebnis dieser Arbeit sollte grob wie in Abbildung 5 und Abbildung 6 aussehen. | |||
Abbildung 5: Einfügen von Battern und Kiel | Abbildung 5: Einfügen von Battern und Kiel | ||
Jetzt sind die Chines einzukleben. Da diese stark gebogen sind, ist dies etwas kniffelig. So geht es | |||
dennoch: | Abbildung 6: Details | ||
[[Datei:Taubler Kiel bug.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
Jetzt sind die Chines einzukleben. Da diese stark gebogen sind, ist dies etwas kniffelig. So geht es dennoch: | |||
• Am Transom lassen sich die Chines nicht direkt mit einer Klammer befestigen, obwohl sie hier | • Am Transom lassen sich die Chines nicht direkt mit einer Klammer befestigen, obwohl sie hier | ||
ziemlich in sich selbst verdrillt sind. Daher ist es zielführend, an die Stellen, an die die Chine in | ziemlich in sich selbst verdrillt sind. Daher ist es zielführend, an die Stellen, an die die Chine in | ||
den Transom geht, kleine Leistenstückchen (etwa 5x5x8 mm) zu kleben. Festgeklammert | den Transom geht, kleine Leistenstückchen (etwa 5x5x8 mm) zu kleben. Festgeklammert | ||
aushärten lassen. | aushärten lassen. | ||
• Danach erst die Chine am Transom und den neu eingeklebten Leistenabschnitt und dem | • Danach erst die Chine am Transom und den neu eingeklebten Leistenabschnitt und dem | ||
Transon kleben und an dem Leistenabschnitt festklammern. So ausrichten, dass die Chine | Transon kleben und an dem Leistenabschnitt festklammern. So ausrichten, dass die Chine | ||
locker auf ihrer späteren Auflagestelle in Spant 1 aufliegt. Aushärten lassen. | locker auf ihrer späteren Auflagestelle in Spant 1 aufliegt. Aushärten lassen. | ||
• Chine an Spant 1 und Spant 2 festkleben, klammern und aushärten lassen. | • Chine an Spant 1 und Spant 2 festkleben, klammern und aushärten lassen. | ||
• Spant 3, Spant 4, Battern und Chineende vorbereiten zum Einkleben: Die Ausschnitte für die | • Spant 3, Spant 4, Battern und Chineende vorbereiten zum Einkleben: Die Ausschnitte für die | ||
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Abbildung 6: Einfügen Kiel: Details Übergang Bug | Abbildung 6: Einfügen Kiel: Details Übergang Bug | ||
Chine von Spant3 und Spant 4 müssen so angeschrägt werden, dass sie die Kurve der Chine | Chine von Spant3 und Spant 4 müssen so angeschrägt werden, dass sie die Kurve der Chine | ||
widerspiegeln. Die Battern müssen so zugeschliffen werden, dass die Chine ihnen entlang geht | widerspiegeln. Die Battern müssen so zugeschliffen werden, dass die Chine ihnen entlang geht und mit ihnen verklebt werden kann. Die Chine selbst muss so abgeschnitten und zugefeilt werden, dass sie sauber in den Bug übergeht. | ||
und mit ihnen verklebt werden kann. Die Chine selbst muss so abgeschnitten und zugefeilt | |||
werden, dass sie sauber in den Bug übergeht. | |||
• Chine an Spant 3, Spant 4, Battern und Bug festkleben. An Spant 3 und Spant 4 kann mit | • Chine an Spant 3, Spant 4, Battern und Bug festkleben. An Spant 3 und Spant 4 kann mit | ||
Klammern gearbeitet werden. Am Bug lassen sich die Chines mit Hilfe vonKabelbinder | Klammern gearbeitet werden. Am Bug lassen sich die Chines mit Hilfe vonKabelbinder | ||
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Klemmme von unten andrücken. | Klemmme von unten andrücken. | ||
Das Ergebnis kann wie in Abbildung 7 aussehen. | Das Ergebnis kann wie in Abbildung 7 aussehen. | ||
Abbildung 7: Einfügen der Chines | Abbildung 7: Einfügen der Chines | ||
[[Datei:Chines.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
== Beplankung == | |||
Der nächste Schritt ist das Verschleifen des Spanten-Gerüsts und das Ankleben der Seitenbeplankung: | Der nächste Schritt ist das Verschleifen des Spanten-Gerüsts und das Ankleben der Seitenbeplankung: | ||
Das Gerüst wird – im ersten Schritt zumindest an den Seiten - so verschliffen, dass die Beplankung auf | |||
der ganzen Fläche der Chines und der Sheer sowie auf den Frames aufliegen kann. Siehe Abbildung 8. | Das Gerüst wird – im ersten Schritt zumindest an den Seiten - so verschliffen, dass die Beplankung auf der ganzen Fläche der Chines und der Sheer sowie auf den Frames aufliegen kann. Siehe Abbildung 8. Danach wird das benötigte Maß für die Seitenplanken anhand eines Streifens Photokarton ermittelt: Ein | ||
Danach wird das benötigte Maß für die Seitenplanken anhand eines Streifens Photokarton ermittelt: Ein | |||
Streifen Photokarton wird mit einigen Wäscheklammern an das Spantengerüst geheftet und der Verlauf | Streifen Photokarton wird mit einigen Wäscheklammern an das Spantengerüst geheftet und der Verlauf | ||
mit einem | mit einem Bleistift angezeichnet. Danach unter Zugabe etlicher Millimeter aus dem Karton | ||
ausgeschnitten und noch mal an das Spantengerüst gehefted. Der Photokarton muss ein Stück über | ausgeschnitten und noch mal an das Spantengerüst gehefted. Der Photokarton muss ein Stück über | ||
Chine und Sheer herausstehen – dies wird später beim Verschleifen abgeschliffen. Siehe Abbildung 9. | Chine und Sheer herausstehen – dies wird später beim Verschleifen abgeschliffen. Siehe Abbildung 9. | ||
Abbildung 8: Grob verschliffenes Spantengerüst | |||
[[Datei:Taubler Verschliffene Spanten.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
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Abbildung 9: Abnahme der Seitenformen mit Photokarton | |||
[[Datei:Taubler Schablone Seitenwand.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
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Die Schablonenform wird auf 1 mm FSH übertragen und dieses ausgeschnitten. Soll das Boot gebeizt | Die Schablonenform wird auf 1 mm FSH übertragen und dieses ausgeschnitten. Soll das Boot gebeizt | ||
werden, ist das Holz schon in diesem Zustand zu beizen, damit spätere Klebereste nicht das Beizen | werden, ist das Holz schon in diesem Zustand zu beizen, damit spätere Klebereste nicht das Beizen | ||
verhindern. Die Seitenplanken werden danach angeklebt. Hier empfiehlt es sich, die beiden Planken | verhindern. Die Seitenplanken werden danach angeklebt. Hier empfiehlt es sich, die beiden Planken | ||
nicht gleichzeitig, sondern nacheinander anzukleben. Dies bringt 3 Vorteile: | nicht gleichzeitig, sondern nacheinander anzukleben. Dies bringt 3 Vorteile: | ||
1. Man kommt mit weniger Klammern aus (zumindest meine Klammersammlung reicht nicht für | 1. Man kommt mit weniger Klammern aus (zumindest meine Klammersammlung reicht nicht für | ||
beide Seiten gleichzeitig aus) | beide Seiten gleichzeitig aus) | ||
2. Es ist dann möglich, die Bugspitze een falls mit einer Klammer zu sichern | 2. Es ist dann möglich, die Bugspitze een falls mit einer Klammer zu sichern | ||
3. Es ist dann wesentlich einfacher, beide Bugspitzen so zurechtzuschleigen, dass sie einen | 3. Es ist dann wesentlich einfacher, beide Bugspitzen so zurechtzuschleigen, dass sie einen | ||
sauberen Bug ergeben. | sauberen Bug ergeben. | ||
Siehe Abbildung 10 und Abbildung 11. | Siehe Abbildung 10 und Abbildung 11. | ||
Abbildung 10: Einkleben erste Seitenwand | Abbildung 10: Einkleben erste Seitenwand | ||
[[Datei:Taubler Einkleben Seitenwand1.jpg|zentriert|mini|800x800px]] | |||
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Abbildung 11: Einkleben zweite Seitenwand | Abbildung 11: Einkleben zweite Seitenwand | ||
[[Datei:Taubler Seitenwand2.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
Abbildung 12: Schablone Boden | Abbildung 12: Schablone Boden | ||
Analog wird mit den beiden Bodenplatten verfahren: Erst wird eine Schablone erstellt (Abbildung | [[Datei:Taubler Boden1.jpg|zentriert|800x800px]] | ||
Danach beide Bodenhälften aus 1.5 mm | |||
zwischen den beiden Bodenteilen mit Sandpapier angepasst: Die Teile werden provisorisch auf das | |||
Spantengerüst gelegt und | |||
Kiel eingezeichneten Mittellinie verlaufen und zweitens ohne Spalt zusammen laufen. Das Ganze wird | Analog wird mit den beiden Bodenplatten verfahren: | ||
dann aufgeleimt und festgeklammert. | |||
Die 2. Seite lässt sich nicht in der Mitte mit Klammern befestigen, sie ist daher mit Krepp-Klebeband | Erst wird eine Schablone erstellt (Abbildung 12). Danach beide Bodenhälften aus 1.5 mm Sperrholz ausgesägt. Im Anschluss wird die Stoßkannte zwischen den beiden Bodenteilen mit Sandpapier angepasst: Die Teile werden provisorisch auf das Spantengerüst gelegt und so lange beide Stoßkanten geschliffen, bis sie erstens genau an der auf dem Kiel eingezeichneten Mittellinie verlaufen und zweitens ohne Spalt zusammen laufen. Das Ganze wird dann aufgeleimt und festgeklammert. Die 2. Seite lässt sich nicht in der Mitte mit Klammern befestigen, sie ist daher mit Krepp-Klebeband zu fixieren und dann zu beschweren. Um eine saubere Abrisskante zu erhalten, wird der Boden nicht komplett mit den Seitenteilen verschliffen, sondern ein geringfügiger Überstand stehen gelassen (siehe Abbildung 15). Um dies zu erreichen, bietet es sich an, aus einem Abfallstück des Kiels (20x5-Leiste) | ||
zu fixieren und dann zu beschweren. Um eine saubere Abrisskante zu erhalten, wird der Boden nicht | |||
komplett mit den Seitenteilen verschliffen, sondern ein geringfügiger | |||
Abbildung 15). Um dies zu erreichen, bietet es sich an, aus einem Abfallstück des Kiels (20x5-Leiste) | |||
und einem Abfall-Stück Battern (3x8-Leiste) eine Schleifhilfe zu bauen, wie sie in Abbildung 16 zu | und einem Abfall-Stück Battern (3x8-Leiste) eine Schleifhilfe zu bauen, wie sie in Abbildung 16 zu | ||
sehen ist. | sehen ist. | ||
Abbildung 13: Befestigung 1. Bodenhälfte | |||
[[Datei:Taubler Boden2.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
Abbildung 13: Befestigung | |||
Abbildung 14: Befestigung 2. Bodenhälfte | Abbildung 14: Befestigung 2. Bodenhälfte | ||
Abbildung 15: | [[Datei:Taubler Boden3.jpg|zentriert|800x800px]] | ||
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Abbildung 15: Überstand Kante | |||
[[Datei:Taubler Boden4.jpg|zentriert]] | |||
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Abbildung 16: Schleifhilfe | Abbildung 16: Schleifhilfe | ||
Abbildung 17: | [[Datei:Taubler Boden5.jpg|zentriert|800x800px]] | ||
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Das Boot kann nun von der Helling genommen werden. Die Spantenfüße werden abgeschnitten und die | == Anfertigung Ständer == | ||
Bauhilfe an der Bug-Verdopplung und am Transom-Knee abgeschnitten. Das Boot sollte in diesem | Für den Ständer werden die in „Plan_2_Bauhilfe_A1.pdf“ gedruckten Teilen auf 3 mm FSH übertragen | ||
Zustand etwa so aussehen: | und ausgeschnitten. Zur Stabilisierung werden 2 Rundstäbe mit 8 mm Durchmesser eingeklebt. Der Ständer wird auf das Boot gelegt und so lange zugeschliffen, bis er überall aufliegt. Leider ist der | ||
Steering-Board, die Stütze für das Steering-Board und Cockpit-Abschluss sind aus | Verlauf der Längsteile noch sehr grob geplant, daher ist einiges an Schleifarbeit erforderlich. Das kann durchaus einiges an Zeit erfordern, aber ein guter Ständer, auf dem das Boot stabil aufliegt und sich nicht verzieht, ist unverzichtbar. Siehe Abbildung 17. | ||
plan_10_cockpitabschluss_steeringboard auszusägen. Cockpit-Abschluss und die Stütze des | |||
Steeringboards sind mit Hilfe von 5x5-mm- | [[Datei:Taubler Staender.jpg|657x657px]]☢ | ||
Hinterkante Cockpitabschluss sollte 213 mm betragen. | |||
später die Coaming angeklebt wird, sowie die Deck-Mittelleiste eingeklebt werden. | == Einleimen Steering-Board, Cockpitabschluss, Deckstützen == | ||
Das Boot kann nun von der Helling genommen werden. Die Spantenfüße werden abgeschnitten und die Bauhilfe an der Bug-Verdopplung und am Transom-Knee abgeschnitten. Das Boot sollte in diesem Zustand etwa so aussehen: | |||
Abbildung 18: Von Helling genommen | |||
[[Datei:Taubler Von Helling abgenommen.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
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Steering-Board, die Stütze für das Steering-Board und Cockpit-Abschluss sind aus plan_10_cockpitabschluss_steeringboard auszusägen. Cockpit-Abschluss und die Stütze des Steeringboards sind mit Hilfe von 5x5-mm-Leisten stücken einzukleben. Der Abtand Spitze Bug bis Hinterkante Cockpitabschluss sollte 213 mm betragen. Anschließend können die Leisten, an denen | |||
später die Coaming angeklebt wird, sowie die Deck-Mittelleiste eingeklebt werden. Anschließend sind die Deckstützen aus den Plänen plan_11_deckstuetzen_vor_cockpit und | |||
plan_12_deckstützen_hinter_cockpit auszuschneiden. Hierbei langt 1,5 mm FSH – dies spart gegen 3 | plan_12_deckstützen_hinter_cockpit auszuschneiden. Hierbei langt 1,5 mm FSH – dies spart gegen 3 | ||
mm etwas Gewicht. Die in Plan 11 angegebenen Abstände von der Spitze beziehen sich hierbei auf den | mm etwas Gewicht. Die in Plan 11 angegebenen Abstände von der Spitze beziehen sich hierbei auf den | ||
Abstand Bugspitze<-> Übergang in Bordwand/Sheer. Somit kann zur Montage ein Mess-Schieber | Abstand Bugspitze<-> Übergang in Bordwand/Sheer. Somit kann zur Montage ein Mess-Schieber | ||
genommen werden, auf die entsprechende Entfernung eingestellt werden und die Stütze am Anschlag | genommen werden, auf die entsprechende Entfernung eingestellt werden und die Stütze am Anschlag | ||
des Mess-Schiebers verklebt werden. Die Entfernungen in Plan 12 beziehen sich jeweils auf den | des Mess-Schiebers verklebt werden. Die Entfernungen in Plan 12 beziehen sich jeweils auf den Übergang des nächsten Spants in Bugrichtung mit der Bordwand (Messpunkt 1) zu dem Übergang der | ||
Übergang des nächsten Spants in Bugrichtung mit der Bordwand (Messpunkt 1) zu dem Übergang der | |||
Stütze in die Bordwand (Messpunkt 2). Deckstützen und Spantenoberseite sind mit der Bordwand zu | Stütze in die Bordwand (Messpunkt 2). Deckstützen und Spantenoberseite sind mit der Bordwand zu | ||
verschleifen. Das Ergebnis sollte wie folgt aussehen: | verschleifen. Das Ergebnis sollte wie folgt aussehen: | ||
In diesem Zustand ist das Holz vor Nässe zu versiegeln. Dazu hat es sich bewährt, es mehrfach | Abbildung 19: Deckstützen | ||
(mindestens 5 mal) | [[Datei:Taubler Deckstuetzen.jpg|zentriert|800x800px]] | ||
Bei der Verwendung von | Abbildung 19: Deckstützen | ||
Spezial-Verdünner zu nehmen. Bei der Verwendung von Epoxidharz wird erst das Harz im | |||
vorgeschriebenen Verhältnis gemischt und dann als Verdünnung Aceton zugesetzt. Die Verdünnung | == Versiegeln des Holzes, Notauftrieb == | ||
In diesem Zustand ist das Holz vor Nässe zu versiegeln. Dazu hat es sich bewährt, es mehrfach (mindestens 5 mal) entweder mit verdünntem Jacht Lack oder mit verdünntem Epoxy zu streichen. Bei der Verwendung von Jachtlack ist es wichtig, als Verdünner den vom Hersteller angebotenen Spezial-Verdünner zu nehmen. Bei der Verwendung von Epoxidharz wird erst das Harz im vorgeschriebenen Verhältnis gemischt und dann als Verdünnung Aceton zugesetzt. Die Verdünnung | |||
sollte am Anfang 1:10-1:5 sein, damit Epoxy oder Lack möglichst gut in die Poren einziehen können, | sollte am Anfang 1:10-1:5 sein, damit Epoxy oder Lack möglichst gut in die Poren einziehen können, | ||
und kann dann gesteigert werden. Zwischen den einzelnen Schichten ist mit 320-Schleifpapier | und kann dann gesteigert werden. Zwischen den einzelnen Schichten ist mit 320-Schleifpapier zwischenzuschleifen. | ||
zwischenzuschleifen. | |||
Es ist wichtig, dass diese Versiegelung vor dem Aufkleben des Decks erfolgt, da man an viele Stellen | Es ist wichtig, dass diese Versiegelung vor dem Aufkleben des Decks erfolgt, da man an viele Stellen des Innenraums (Bugspitze, Deckstreben) nachher nicht mehr hinkommt. Besonders bei diesen Teilen sorgfältig arbeiten – es kann nichts nachgebessert werden! | ||
des Innenraums (Bugspitze, Deckstreben) nachher nicht mehr hinkommt. Besonders bei diesen Teilen | |||
sorgfältig arbeiten – es kann nichts nachgebessert werden! | |||
Ein besonderes Augenmerk ist der Kante der späteren Lauffläche zu widmen: Diese soll ja trotz | |||
Lackierung schön scharfkantig sein, damit das Wasser gut abreißen kann (davon hängt wesentlich die Fahrleistung ab). Daher wurde diese so oft mit Epoxy gestrichen, dass sie genug „Fleisch“ zum Scharffeilen hat. Da das vorgestellte Boot einen schwarzen Rumpf bekommen soll, wurde bereits | |||
Ein besonderes Augenmerk ist der Kante | |||
Lackierung schön scharfkantig sein, damit das Wasser gut | |||
Fahrleistung ab). Daher wurde diese so oft mit Epoxy gestrichen, dass sie genug „Fleisch“ zum | |||
Scharffeilen hat. Da das vorgestellte Boot einen schwarzen Rumpf bekommen soll, wurde bereits | |||
schwarze Farbe in das Epoxy eingerührt, so dass – wenn das Boot später seine endgültige Farbgebung | schwarze Farbe in das Epoxy eingerührt, so dass – wenn das Boot später seine endgültige Farbgebung | ||
erhält – die Kanten geschliffen werden können, ohne dass das Holz durchschaut. | erhält – die Kanten geschliffen werden können, ohne dass das Holz durchschaut. | ||
Es kann trefflich darüber gestritten werden, ob – und wenn ja, wieviel – Notauftrieb in Form von | Es kann trefflich darüber gestritten werden, ob – und wenn ja, wieviel – Notauftrieb in Form von | ||
Styropor oder Poolnudeln eingebracht wird. Der Autor der Anleitung übernimmt natürlich keinerlei | Styropor oder Poolnudeln eingebracht wird. Der Autor der Anleitung übernimmt natürlich keinerlei Haftung, wenn nach einem Crash das Boot mangels Auftriebshilfe untergeht. „Normalerweise“ gibt es | ||
Haftung, wenn nach einem Crash das Boot mangels Auftriebshilfe untergeht. „Normalerweise“ gibt es | |||
2 verschiedene Szenarien, wie ein Außenbord-Racer haverieren kann: Zum einen kann das Boot – bei | 2 verschiedene Szenarien, wie ein Außenbord-Racer haverieren kann: Zum einen kann das Boot – bei | ||
zu heftigem in die Kurve fahren - „flippen“ und auf dem Kopf zu liegen kommen. Das dürfte die | zu heftigem in die Kurve fahren - „flippen“ und auf dem Kopf zu liegen kommen. Das dürfte die | ||
häufigste Variante sein. Die Luftblase im Rumpf wird es auch ohne Auftriebshilfen an der Oberfläche | häufigste Variante sein. Die Luftblase im Rumpf wird es auch ohne Auftriebshilfen an der Oberfläche | ||
halten. Die andere Variante ist, dass das Boot nicht flippt, sonddern – z. B. nach Bojenberührung - mit | halten. Die andere Variante ist, dass das Boot nicht flippt, sonddern – z. B. nach Bojenberührung - mit Seite oder Heck ins Wasser sticht und voll läuft. Dann hilft eine Luftblase oder Auftriebskörper im | ||
Seite oder Heck ins Wasser sticht und voll läuft. Dann hilft eine Luftblase oder Auftriebskörper im | |||
Bug, den Bug über Wasser zu halten, so dass das Boot geborgen werden kann. | Bug, den Bug über Wasser zu halten, so dass das Boot geborgen werden kann. | ||
Um das 2. Szenario abzudecken, habe ich in den Bugbereich einen aus einzelnen Styroporplatten | Um das 2. Szenario abzudecken, habe ich in den Bugbereich einen aus einzelnen Styroporplatten | ||
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Wasser wieder trocknen kann und es keine toten Stellen gibt, habe ich zwischen Bordwand und | Wasser wieder trocknen kann und es keine toten Stellen gibt, habe ich zwischen Bordwand und | ||
Styropor etwas Platz gelassen und den Styroporklotz auch nicht fest eingeklebt, sondern locker in den | Styropor etwas Platz gelassen und den Styroporklotz auch nicht fest eingeklebt, sondern locker in den | ||
Bug gelegt. Vor dem Rausfallen wird der Klotz durch eine Styroporschicht zwischen den Deckstützen | Bug gelegt. Vor dem Rausfallen wird der Klotz durch eine Styroporschicht zwischen den Deckstützen geschützt. Um noch etwas mehr Auftrieb zu bekommen, wurde auch zwischen die Deckstützen im | ||
geschützt. Um noch etwas mehr Auftrieb zu bekommen, wurde auch zwischen die Deckstützen im | |||
Cockpit-Bereich Styropor geklebt. | Cockpit-Bereich Styropor geklebt. | ||
== Aufkleben Deck == | |||
Vor dem Aufkleben des Decks muss man sich überlegen, wie man die ins vordere Cockpit | Vor dem Aufkleben des Decks muss man sich überlegen, wie man die ins vordere Cockpit | ||
einzubauende Technik vor neugierigen Blicken schützt. Hierzu bietet es sich an, eine Plane über das | einzubauende Technik vor neugierigen Blicken schützt. Hierzu bietet es sich an, eine Plane über das | ||
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Im Anschluss wird – analog zu Boden und Seite – eine Schablone aus Fotokarton für das Deck | Im Anschluss wird – analog zu Boden und Seite – eine Schablone aus Fotokarton für das Deck | ||
angefertigt. Ich selbst habe das Deck 2-teilig angefertigt (jeweils linke und rechte Seite), dies hat 2 | angefertigt. Ich selbst habe das Deck 2-teilig angefertigt (jeweils linke und rechte Seite), dies hat 2 | ||
Vorteile: Zum einen ist es leichter aufzukleben, zum anderen fällt weniger | Vorteile: Zum einen ist es leichter aufzukleben, zum anderen fällt weniger Verschnitt an und man | ||
benötigt keine so breite Sperrholzplatte. | benötigt keine so breite Sperrholzplatte. | ||
Als Holz wird 0,6 mm FSH verwendet. Dieses wird gemäß der vorher hergestellten Schablone | Als Holz wird 0,6 mm FSH verwendet. Dieses wird gemäß der vorher hergestellten Schablone | ||
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Verschleifen der Deckskanten mit Sheer und Coaming sollte das Ergebnis wie im nachfolgenden Bild | Verschleifen der Deckskanten mit Sheer und Coaming sollte das Ergebnis wie im nachfolgenden Bild | ||
(auf dem noch nicht der Schleifstaub entfernt wurde) aussehen. | (auf dem noch nicht der Schleifstaub entfernt wurde) aussehen. | ||
Abbildung 20: Das Deck ist aufgeleimt | |||
[[Datei:Taubler Deck aufgeleimt.jpg|zentriert|972x972px]] | |||
Abbildung 20: Das Deck ist aufgeleimt | Abbildung 20: Das Deck ist aufgeleimt | ||
(für den Piloten bequemer) ein Kneeing-Board in das Cokcpit zu legen. Dieses muss auf Füßchen so | |||
hoch gestelllt werden, dass es nicht durch Auflage auf Spant 2 wackelt. | == Weiterer Innenausbau == | ||
Damit der Pilot später nicht auf dem blanken Boden knien muss, ist es angebracht, eine Gräting oder (für den Piloten bequemer) ein Kneeing-Board in das Cokcpit zu legen. Dieses muss auf Füßchen so hoch gestelllt werden, dass es nicht durch Auflage auf Spant 2 wackelt. Die Dimension muss ca. 22 x 20 cm sein; es sind entsprechende Ausschnitte für das Transomknee und den Halter des Steeringboards nötig. Eine mögliche Konstruktion aus 3mmx10mm Fichtenleisten zeigt die folgende Abbildung: | |||
Steeringboards nötig. Eine mögliche Konstruktion aus 3mmx10mm Fichtenleisten zeigt die folgende | |||
Abbildung: | Abbildung 21: Gräting | ||
[[Datei:Taubler Kneeingboard.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
Abbildung 21: Gräting | |||
Der Transom, wie er im Originalplan aufgeführt ist, ist erstens zu steil und zweitens zu niedrig für | Der Transom, wie er im Originalplan aufgeführt ist, ist erstens zu steil und zweitens zu niedrig für | ||
einen damals üblichen Aussenborder und passt daher auch für die meisten unserer Außenborder nur | einen damals üblichen Aussenborder und passt daher auch für die meisten unserer Außenborder nur eingeschränkt. Im Original-Plan heisst es dazu lapidar: „Notch Transom to suite Engine“, ich interpretiere das so, dass an den eigentlichen Transom ein Brett zu schrauben ist, das den Motor trägt. | ||
In „plan13_motorhalter_a4.pdf sind die Einzelteile dieses Halters eingezeichnet: Das den Motor tragende Brett besteht aus 2 3mm-FSH-Stücke, die aufeinander geklebt werden, so dass sich eine Gesamtstärke von 6 mm ergibt. Der etwas schrägere Winkel zum eigentlichen Tramsom wird durch 2 keilförmige Holzstützen gewährleistet, die im rechten Winkel einzuleimen sind. | |||
eingeschränkt. Im Original-Plan heisst es dazu lapidar: „Notch Transom to suite Engine“, ich | |||
interpretiere das so, dass an den eigentlichen Transom ein Brett zu schrauben ist, das den Motor trägt. | |||
In „plan13_motorhalter_a4.pdf sind die Einzelteile dieses Halters eingezeichnet: Das den Motor | |||
tragende Brett besteht aus 2 3mm-FSH-Stücke, die aufeinander geklebt werden, so dass sich eine | |||
Gesamtstärke von 6 mm ergibt. Der etwas schrägere Winkel zum eigentlichen Tramsom wird durch 2 | |||
Der Servohalter und die Seilscheibe können nach dem Plan plan_15_Seilscheibe_Servohalter gebaut | Der Servohalter und die Seilscheibe können nach dem Plan plan_15_Seilscheibe_Servohalter gebaut | ||
werden. Der Servohalter ist hierbei für ein Low-Profile-Servo ausgelegt, beide Teile des Servohalters | werden. Der Servohalter ist hierbei für ein Low-Profile-Servo ausgelegt, beide Teile des Servohalters werden mit einer 9x9 mm Leiste verbunden (eine 5x10 mm Leiste ist zu dünn für die | ||
werden mit einer 9x9 mm Leiste verbunden (eine 5x10 mm Leiste ist zu dünn für die | |||
Schraubenbefestigung. Eine 10x10mm Leiste lies – zumindest bei dem von mir verwendeten Servo – | Schraubenbefestigung. Eine 10x10mm Leiste lies – zumindest bei dem von mir verwendeten Servo – | ||
keinen ausreichenden Platz für das Servokabel). Der mittlere Teil der Seilschebe ist aus 3 mm FSH | keinen ausreichenden Platz für das Servokabel). Der mittlere Teil der Seilschebe ist aus 3 mm FSH | ||
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Das vordere Cockpit habe ich im Anschluß mit einer Plane – geschnitten aus einem Regenschirm und | Das vordere Cockpit habe ich im Anschluß mit einer Plane – geschnitten aus einem Regenschirm und | ||
eingesäumt in Kontrastfarben - abgedeckt. Die Plane wird hierbei mit Neodymmagneten gehalten. | eingesäumt in Kontrastfarben - abgedeckt. Die Plane wird hierbei mit Neodymmagneten gehalten. | ||
Abbildung 22: Servohalter, Akkuauflage, Motorhalter, Seilscheibe | Abbildung 22: Servohalter, Akkuauflage, Motorhalter, Seilscheibe | ||
[[Datei:Taubler Servohalter.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
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Abbildung 23: Komponenten probeweise an ihrem Arbeitsplatz | Abbildung 23: Komponenten probeweise an ihrem Arbeitsplatz | ||
[[Datei:Taubler Komponenten eingebaut.jpg|zentriert|800x800px]] | |||
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== Abstimmung == | |||
Das Boot benötigt eine Turnfin, um nicht wild durch die Gegend zu treiben – hier ist noch einiges an | Das Boot benötigt eine Turnfin, um nicht wild durch die Gegend zu treiben – hier ist noch einiges an | ||
Optimierungsbedarf in Position und Größe. Als Antrieb | Optimierungsbedarf in Position und Größe. Als Antrieb wird ein Modellboot-Außenborder mit Brushless-Motor verwendet. Dieser kann einerseits selbst konstruiert werden, andererseits gibt es derartige Antriebe auch fertig zu kaufen. Eine leider ziemlich veraltete Liste von möglichen Außenborder-Typen findet sich auf: https://152vo.de/index.php/modelle/modellaussenborder/marktuebersicht.html | ||
[[Kategorie:Zu Wasser]] | |||
Aktuelle Version vom 2. Januar 2026, 12:41 Uhr
Taubler Sport
Ein Utility im Maßstab 1:5,2
Bauanleitung
Author: B. Brem


Vorwort
Die Taubler Sport ist ein Rennboot, dessen Pläne zum Nachbau in der Zeitschrift "BoatSport" im Februar 1953 veröffentlicht wurden. Die Zeutschrift ist auch heute noch inklusive Plan bei https://www.boatsport.org/ als PDF herunterladbar: bsv15.pdf, die Pläne sind ab Seite 18. Das hier gezeigte Modell ist ein Boot der Modellboot-Klasse 152VO. In dieser Klasse treten Außenborder-Modellrennboote im Maßstab 1:5,2 gegeneinander an, genaueres siehe www.152vo.de
Ich weiß, es ist vergebens, aber dennoch einige Bitten:
• Lest Euch die ganze Anleitung durch, bevor Ihr zur Säge greift! Bei manchem Schritt wird erst im Nachinein klar, warum er zu dem Zeitpunkt durchgeführt wurde, wie in der Anleitung steht!
• Holt Euch als Referenz die Original-Pläne des Vorbilds.
Bezug der Materialien
Die komplette Bezugsliste befindet sich im Anhang. Einige Bemerkungen zur Auswahl der Bezugsquellen:
Leisten, Regalböden, Klebstoffe, Lacke: Alles, was lokal aufzutreiben war, wurde auch lokal (will heißen: Baumarkt, Haushaltswarengeschäft, Modellbauladen) gekauft. Bei größeren Teilen wie Regalböden erspart dies massiv Portokosten. Bei Leisten ist darauf zu achten, dass man sich möglichst gerade heraussucht. Das kann man auch nicht via Internet.
Sperrholz:
Traurig, aber wahr: Sperrholz in der Qualität und Größe, wie wir es benötigen, git es weder im lokalen Modellbauladen noch im Baumarkt. Modellbauläden haben meist durchaus eine Auswahl an Sperrholz, aber nicht in der benötigten Länge. Was benötigen wir? Tegofilm (also wasserfest in guter Qualität) -verleimtes Flugzeugsperrholz (Birkensperrholz, das gleichzeitig leicht und hoch fest ist) mit mindestens 80 cm x25 cm Länge in den Dicken 3 mm, 1.5 mm, 1 mm und 0.6 mm. Es empfiehlt sich, den Internetshop danach auszusuchen, dass man mindestens diese Plattengröße bekommt, die Platten aber nicht viel größer (und damit teuerer) sind. Daher fiel die Wahl auf Zembrod.
Vorbereitung Helling
Als Grundlage für die Helling dient ein neu zu kaufender Regalboden mit den Mindest-Abmessungen 80x40x1,6 cm. Warum neu zu kaufend: Der Boden muss absolut eben sein. Diente er als Regal, ist dies höchstwahrscheinlich nicht mehr gegeben. Jeder Verzug, den der Regalboden hat, wird sich verstärkt im Boot wieder finden. Ein entsprechender Regalboden kostet im Baumarkt unter 5 Euro. Hier lohnt es sich nicht, ein Risiko einzugehen!
Die Pläne 1_Plan_Helling_DinA1.pdf und 2_Plan_Bauhilfe_DinA1.pdf müssen auf DinA1 ausgedruckt werden.
Dies wird oft von Copyshops angeboten, es gibt notfalls auch Internet-Dienstleister. Danach wird der Plan „plan_1_helling_A1“ als Vorlage auf die Helling geklebt. Dazu wird am besten so vorgegangen:
• Plan ettwas größer als die Helling zuschneiden, die „Hinterkante“ (Seite des Transoms) exakt gerade. An der Hinterkante wird die Fortsetzung der Bootsachse markiert.
• Die Mitte der Kurzseite des Regalbodens wird markiert
• Der Regalboden wird mit Sprühkleber eingesprüht
• Der Plan ist – beginnend von der Seite des Transoms – glatt und verzugsfrei auf das Brett aufgeklebt. Hierbei wird die Markierung der Bootsachse auf die Markierung der Regalbodenmitte gebracht.
• Die überstehenden Ränder werden mit einem Cutter abgeschnitten. Das Ergebnis soll folgendermaßen aussehen:
Abbildung 1: Helling mit aufgeklebtem Plan

Auf die so vorbereitete Helling werden Abschnitte von 15x15 mm Quadratleisten als Winkel für Spanten und Aufbauhilfe ebenfalls mit Sprühkleber oder Klebestift geklebt. Die Leisten sind so anzuordnen, dass sie exakt an der Linie, an der später die Spanten bzw. Bauhilfen angeklebt werden,ausgerichtet sind. Die Leisten werden in diesem Arbeitsschritt noch nicht mit der Helling verschraubt, damit während des Probeaufbaus der Spanten notfalls eine Leiste noch mal gelöst und besser positioniert werden kann. Ebenso werden 1 cm lange Abschnitte von 5x5 mm Leisten an die eingezeichneten Stellen auf die Helling geklebt. Diese legen die Position der Spantenfüße auf der Helling fest. Das Ergebnis sollte wie in Abbildung 2 aussehen.
Im Anschluss sind die Pläne
- 3_Plan_Transom_DinA4.pdf,
- 4_Plan_Transom1_DinA4.pdf
- 5_Plan_Spant1_DinA4.pdf
- 6_Plan_Spant2_DinA4.pdf
- 7_Plan_Spant3_DinA4.pdf
- 8_Plan_Spant4_DinA4.pdf
auf DinA4 auszurucken und anhand des aufgedruckten Maßstabs auf Maßhaltigkeit des Ausdrucks zu überprüfen.
Anfertigung Spanten
Die Bauteile auf den Ausdrucken sind zusammen mit der bereits ausgedruckten aus 3 mm Flugzeug-Sperrholz (FSH) auszusägen. Hierzu sind die Bauteile aus den Ausdrucken mit einer Schere mit Rand auszuschneiden und mit Sprühkleber oder Klebestift auf das Holz geklebt. Dann werden die Bauteile mit etwas Rand ausgesägt, der Rand im Anschluss mit einer Feile bis auf die Linie abgeschliffen. Das Papier ist nun zu entfernen.
Abbildung 2: Helling mit Stützwinkeln

Die Bauteile aus „plan_9_stem_transomknee_A4“ sind nun ebenfalls auszuschneiden, allerdings aus 1,5 mm FSH. Die Bauhilfe ist damit sowohl am Stem als auch am Transom-Knee aufzudoppeln, so dass eine Gesamt-Stärke von 6 mm entsteht (3 mm Bauhilfe, auf jeder Seite 1,5 mm Verstärkung). Diese verstärkten Teile sind die einzigen Teile der Bauhilfe, die endgültig im Boot bleiben, der Rest wird in einem später beschriebenen Arbeitsschtritt entfernt.
Sollen Spanten und Transom gebeizt werden, so ist dies bereits jetzt zu tun. Dabei ist darauf zu
achtenm daß die Poren des Holzes von Resten des Sprühklebers oder Klebestift mit Hilfe von Schleifpapier befreit werden. Im Anschluss sind noch die beiden Transom-Teile aufeinanderzukleben.
Das Ergebnis soll wie in Abbildung 3 aussehen.
Abbildung 3: Ausgesägte Frames

Aufstellen des Spantengerüsts
Im Anschluss sind die Spanten probeweise aufzustellen (noch nicht verkleben!) und zu überprüfen, ob die exakte Ausrichtung auf der Helling passt. Das Ergebnis soll wie in Abbildung 4 aussehen. Hier wurde anstelle der eigentlichen Kiel-Leiste eine 20*2 mm Plastikleiste als Ausricht-Hilfe benutzt: Im Gegensatz zu den meisten Holzleisten ist diese absolut gerade und zwingt damit die Spanten entlang ihrer Ausschnitte für die Kielleiste in eine Reihe. Hat sich herausgestellt, dass alles passt, wird das Gerüst wieder abgebaut und die bisher nur auf die Helling geklebten 15x15-Leisten mit 3,0x25mm-Holzschrauben endgültig angeschraubt. Im Anschluss kann das Spantengerüst wieder aufgebaut und diesmal verklebt werden. Als Erstes wird die Bauhilfe an ihre Befestigungen geklebt. Die Spanten werden mit den 15x15mm-Leisten verklebt. Hierbei ist die Ausrichtung der Spanten genau zu prüfen: Sind die Spanten auf jeder Seite gleich hoch? (Schieblehre an Ecken) Stehen sie parallel zueinander? Der Transom ist sicher das Teil, das aufgrund seiner Schrägstellung am schwierigsten gerade auszurichten ist. Deswegen wird er erst jetzt, nachdem die Spanten aufgestellt und verklebt sind und das Gerüst somit schon eine gewisse Festigkeit in sich hat.
Abbildung 4: Zur Probe aufgestellte Spanten

Der nächste Schritt ist das Zusägen des Kiels und der Battern (die Verstärkungen, die parallel zum Kiel verlaufen) und das Einkleben dieser Teile. Folgendermaßen kann vorgegangen werden:
• Mit einer dünnen Leiste wird bestimmt, in welchem Winkel die Chine (Kante zwischen Boden und Bordwand) in den Bug läuft.
• Der Bug wird (erst einmal grob, lieber zu wenig abschleifen als zu viel, die Feinarbeit erfolgt später) in diesem Winkel spitz geschliffen
• Die „Ersatzleiste“ aus Plastik wird so zugeschnitten, dass sie im gleichen Winkel in den Bug läuft, aber um ca. 3 mm nach hinten versetzt (damit die Chine-Leiste später davor geklebt werden kann und dann bündig in den Kiel läuft)
• Wenn die Ersatzleiste richtig ist, werden ihre Abmessungen auf den „richtigen“ Kiel übertragen und dieser zugeschnitten. Mit einem Bleistift ist die Mittellinie einzuzeichnen (wichtig fürs spätere Schleifen)
• Die Battern werden ebenfalls in die richtige Länge geschnitten. Dazu werden wieder die dünne Leiste an die Position der Chine gehalten und bestimmt, wo die Battern an die Chine geklebt werden.
• Es wird wieder der provisorische Plastik-Kiel eingelegt und die Battern eingeklebt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Spanten (die sich in diesem Zustand noch leicht hin- und herbiegen lassen) exakt im rechten Winkel zum Platikkiel stehen
• Danach kann der Plastikkiel entnommen werden und der endgültige Kiel eingeklebt werden: Der Klebstoff wird im Bug- und Heckbereich dort auf die Bauhilfe aufgetragen, wo diese aufgedoppelt wird. Spanten und Transom werden ebenfalls mit Klebstoff an den Stellen, wo die Kielleiste verläuft, bestrichen. Die restliche Bauhilfe wird nicht mit Klebstoff bestrichen, da sie später wieder entnommen werden soll. Der Kiel wird eingelegt und festgeklammert. Das Ergebnis dieser Arbeit sollte grob wie in Abbildung 5 und Abbildung 6 aussehen.
Abbildung 5: Einfügen von Battern und Kiel
Abbildung 6: Details

Jetzt sind die Chines einzukleben. Da diese stark gebogen sind, ist dies etwas kniffelig. So geht es dennoch:
• Am Transom lassen sich die Chines nicht direkt mit einer Klammer befestigen, obwohl sie hier ziemlich in sich selbst verdrillt sind. Daher ist es zielführend, an die Stellen, an die die Chine in den Transom geht, kleine Leistenstückchen (etwa 5x5x8 mm) zu kleben. Festgeklammert aushärten lassen.
• Danach erst die Chine am Transom und den neu eingeklebten Leistenabschnitt und dem Transon kleben und an dem Leistenabschnitt festklammern. So ausrichten, dass die Chine locker auf ihrer späteren Auflagestelle in Spant 1 aufliegt. Aushärten lassen.
• Chine an Spant 1 und Spant 2 festkleben, klammern und aushärten lassen.
• Spant 3, Spant 4, Battern und Chineende vorbereiten zum Einkleben: Die Ausschnitte für die 9
Abbildung 6: Einfügen Kiel: Details Übergang Bug
Chine von Spant3 und Spant 4 müssen so angeschrägt werden, dass sie die Kurve der Chine widerspiegeln. Die Battern müssen so zugeschliffen werden, dass die Chine ihnen entlang geht und mit ihnen verklebt werden kann. Die Chine selbst muss so abgeschnitten und zugefeilt werden, dass sie sauber in den Bug übergeht.
• Chine an Spant 3, Spant 4, Battern und Bug festkleben. An Spant 3 und Spant 4 kann mit Klammern gearbeitet werden. Am Bug lassen sich die Chines mit Hilfe vonKabelbinder befestigen (diese lassen sich durch Nadeln im Kiel vom Abrutschen hindern, bitte lieber nicht in die Chines Nadeln stecken, diese können ausreißen) und anschießend mit einer größeren Klemmme von unten andrücken. Das Ergebnis kann wie in Abbildung 7 aussehen.
Abbildung 7: Einfügen der Chines

Beplankung
Der nächste Schritt ist das Verschleifen des Spanten-Gerüsts und das Ankleben der Seitenbeplankung:
Das Gerüst wird – im ersten Schritt zumindest an den Seiten - so verschliffen, dass die Beplankung auf der ganzen Fläche der Chines und der Sheer sowie auf den Frames aufliegen kann. Siehe Abbildung 8. Danach wird das benötigte Maß für die Seitenplanken anhand eines Streifens Photokarton ermittelt: Ein Streifen Photokarton wird mit einigen Wäscheklammern an das Spantengerüst geheftet und der Verlauf mit einem Bleistift angezeichnet. Danach unter Zugabe etlicher Millimeter aus dem Karton ausgeschnitten und noch mal an das Spantengerüst gehefted. Der Photokarton muss ein Stück über Chine und Sheer herausstehen – dies wird später beim Verschleifen abgeschliffen. Siehe Abbildung 9.
Abbildung 8: Grob verschliffenes Spantengerüst

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Abbildung 9: Abnahme der Seitenformen mit Photokarton

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Die Schablonenform wird auf 1 mm FSH übertragen und dieses ausgeschnitten. Soll das Boot gebeizt
werden, ist das Holz schon in diesem Zustand zu beizen, damit spätere Klebereste nicht das Beizen
verhindern. Die Seitenplanken werden danach angeklebt. Hier empfiehlt es sich, die beiden Planken nicht gleichzeitig, sondern nacheinander anzukleben. Dies bringt 3 Vorteile:
1. Man kommt mit weniger Klammern aus (zumindest meine Klammersammlung reicht nicht für beide Seiten gleichzeitig aus)
2. Es ist dann möglich, die Bugspitze een falls mit einer Klammer zu sichern
3. Es ist dann wesentlich einfacher, beide Bugspitzen so zurechtzuschleigen, dass sie einen sauberen Bug ergeben.
Siehe Abbildung 10 und Abbildung 11.
Abbildung 10: Einkleben erste Seitenwand

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Abbildung 11: Einkleben zweite Seitenwand

Abbildung 12: Schablone Boden

Analog wird mit den beiden Bodenplatten verfahren:
Erst wird eine Schablone erstellt (Abbildung 12). Danach beide Bodenhälften aus 1.5 mm Sperrholz ausgesägt. Im Anschluss wird die Stoßkannte zwischen den beiden Bodenteilen mit Sandpapier angepasst: Die Teile werden provisorisch auf das Spantengerüst gelegt und so lange beide Stoßkanten geschliffen, bis sie erstens genau an der auf dem Kiel eingezeichneten Mittellinie verlaufen und zweitens ohne Spalt zusammen laufen. Das Ganze wird dann aufgeleimt und festgeklammert. Die 2. Seite lässt sich nicht in der Mitte mit Klammern befestigen, sie ist daher mit Krepp-Klebeband zu fixieren und dann zu beschweren. Um eine saubere Abrisskante zu erhalten, wird der Boden nicht komplett mit den Seitenteilen verschliffen, sondern ein geringfügiger Überstand stehen gelassen (siehe Abbildung 15). Um dies zu erreichen, bietet es sich an, aus einem Abfallstück des Kiels (20x5-Leiste) und einem Abfall-Stück Battern (3x8-Leiste) eine Schleifhilfe zu bauen, wie sie in Abbildung 16 zu sehen ist.
Abbildung 13: Befestigung 1. Bodenhälfte

Abbildung 14: Befestigung 2. Bodenhälfte

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Abbildung 15: Überstand Kante

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Abbildung 16: Schleifhilfe

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Anfertigung Ständer
Für den Ständer werden die in „Plan_2_Bauhilfe_A1.pdf“ gedruckten Teilen auf 3 mm FSH übertragen und ausgeschnitten. Zur Stabilisierung werden 2 Rundstäbe mit 8 mm Durchmesser eingeklebt. Der Ständer wird auf das Boot gelegt und so lange zugeschliffen, bis er überall aufliegt. Leider ist der Verlauf der Längsteile noch sehr grob geplant, daher ist einiges an Schleifarbeit erforderlich. Das kann durchaus einiges an Zeit erfordern, aber ein guter Ständer, auf dem das Boot stabil aufliegt und sich nicht verzieht, ist unverzichtbar. Siehe Abbildung 17.
Einleimen Steering-Board, Cockpitabschluss, Deckstützen
Das Boot kann nun von der Helling genommen werden. Die Spantenfüße werden abgeschnitten und die Bauhilfe an der Bug-Verdopplung und am Transom-Knee abgeschnitten. Das Boot sollte in diesem Zustand etwa so aussehen:
Abbildung 18: Von Helling genommen

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Steering-Board, die Stütze für das Steering-Board und Cockpit-Abschluss sind aus plan_10_cockpitabschluss_steeringboard auszusägen. Cockpit-Abschluss und die Stütze des Steeringboards sind mit Hilfe von 5x5-mm-Leisten stücken einzukleben. Der Abtand Spitze Bug bis Hinterkante Cockpitabschluss sollte 213 mm betragen. Anschließend können die Leisten, an denen später die Coaming angeklebt wird, sowie die Deck-Mittelleiste eingeklebt werden. Anschließend sind die Deckstützen aus den Plänen plan_11_deckstuetzen_vor_cockpit und plan_12_deckstützen_hinter_cockpit auszuschneiden. Hierbei langt 1,5 mm FSH – dies spart gegen 3 mm etwas Gewicht. Die in Plan 11 angegebenen Abstände von der Spitze beziehen sich hierbei auf den Abstand Bugspitze<-> Übergang in Bordwand/Sheer. Somit kann zur Montage ein Mess-Schieber genommen werden, auf die entsprechende Entfernung eingestellt werden und die Stütze am Anschlag des Mess-Schiebers verklebt werden. Die Entfernungen in Plan 12 beziehen sich jeweils auf den Übergang des nächsten Spants in Bugrichtung mit der Bordwand (Messpunkt 1) zu dem Übergang der Stütze in die Bordwand (Messpunkt 2). Deckstützen und Spantenoberseite sind mit der Bordwand zu verschleifen. Das Ergebnis sollte wie folgt aussehen:
Abbildung 19: Deckstützen

Abbildung 19: Deckstützen
Versiegeln des Holzes, Notauftrieb
In diesem Zustand ist das Holz vor Nässe zu versiegeln. Dazu hat es sich bewährt, es mehrfach (mindestens 5 mal) entweder mit verdünntem Jacht Lack oder mit verdünntem Epoxy zu streichen. Bei der Verwendung von Jachtlack ist es wichtig, als Verdünner den vom Hersteller angebotenen Spezial-Verdünner zu nehmen. Bei der Verwendung von Epoxidharz wird erst das Harz im vorgeschriebenen Verhältnis gemischt und dann als Verdünnung Aceton zugesetzt. Die Verdünnung sollte am Anfang 1:10-1:5 sein, damit Epoxy oder Lack möglichst gut in die Poren einziehen können, und kann dann gesteigert werden. Zwischen den einzelnen Schichten ist mit 320-Schleifpapier zwischenzuschleifen.
Es ist wichtig, dass diese Versiegelung vor dem Aufkleben des Decks erfolgt, da man an viele Stellen des Innenraums (Bugspitze, Deckstreben) nachher nicht mehr hinkommt. Besonders bei diesen Teilen sorgfältig arbeiten – es kann nichts nachgebessert werden!
Ein besonderes Augenmerk ist der Kante der späteren Lauffläche zu widmen: Diese soll ja trotz
Lackierung schön scharfkantig sein, damit das Wasser gut abreißen kann (davon hängt wesentlich die Fahrleistung ab). Daher wurde diese so oft mit Epoxy gestrichen, dass sie genug „Fleisch“ zum Scharffeilen hat. Da das vorgestellte Boot einen schwarzen Rumpf bekommen soll, wurde bereits
schwarze Farbe in das Epoxy eingerührt, so dass – wenn das Boot später seine endgültige Farbgebung
erhält – die Kanten geschliffen werden können, ohne dass das Holz durchschaut.
Es kann trefflich darüber gestritten werden, ob – und wenn ja, wieviel – Notauftrieb in Form von Styropor oder Poolnudeln eingebracht wird. Der Autor der Anleitung übernimmt natürlich keinerlei Haftung, wenn nach einem Crash das Boot mangels Auftriebshilfe untergeht. „Normalerweise“ gibt es 2 verschiedene Szenarien, wie ein Außenbord-Racer haverieren kann: Zum einen kann das Boot – bei zu heftigem in die Kurve fahren - „flippen“ und auf dem Kopf zu liegen kommen. Das dürfte die häufigste Variante sein. Die Luftblase im Rumpf wird es auch ohne Auftriebshilfen an der Oberfläche halten. Die andere Variante ist, dass das Boot nicht flippt, sonddern – z. B. nach Bojenberührung - mit Seite oder Heck ins Wasser sticht und voll läuft. Dann hilft eine Luftblase oder Auftriebskörper im Bug, den Bug über Wasser zu halten, so dass das Boot geborgen werden kann. Um das 2. Szenario abzudecken, habe ich in den Bugbereich einen aus einzelnen Styroporplatten ausgeschnittenen und zusammengeklebten Styroporklotz im Bug untergebracht. Damit eingedrungenes Wasser wieder trocknen kann und es keine toten Stellen gibt, habe ich zwischen Bordwand und Styropor etwas Platz gelassen und den Styroporklotz auch nicht fest eingeklebt, sondern locker in den Bug gelegt. Vor dem Rausfallen wird der Klotz durch eine Styroporschicht zwischen den Deckstützen geschützt. Um noch etwas mehr Auftrieb zu bekommen, wurde auch zwischen die Deckstützen im Cockpit-Bereich Styropor geklebt.
Aufkleben Deck
Vor dem Aufkleben des Decks muss man sich überlegen, wie man die ins vordere Cockpit einzubauende Technik vor neugierigen Blicken schützt. Hierzu bietet es sich an, eine Plane über das Cockpit zu spannen – dies wurde im Rennen auch bei den Originalen so gemacht, um zu verhindern, dass Wasser rein spritzt. Im Original wurden diese Planen mit Druckknöpfen an Deck befestigt. Da es schwierig ist, so kleine Nieten-Druckknöpfe zu organisieren, werden sie in diesem Modell mit 3mm Neodym-Magneten ersetzt. Die „unteren“ Magnete werden jeweils ans Eck Deckstütze (bzw. Spant) – Coaming so eingeklebt, dass das Deck auf ihnen zum Liegen kommt. Das geht am Besten mit Epoxid-Knete (z. B. Pattex Power Knete). Auch in einzufeilende Vertiefungen in Spant 2 und hinter den Deckabschluss sind Magnete im gleichmäßigen Abstand zu verteilen. 20 Im Anschluss wird – analog zu Boden und Seite – eine Schablone aus Fotokarton für das Deck angefertigt. Ich selbst habe das Deck 2-teilig angefertigt (jeweils linke und rechte Seite), dies hat 2 Vorteile: Zum einen ist es leichter aufzukleben, zum anderen fällt weniger Verschnitt an und man benötigt keine so breite Sperrholzplatte. Als Holz wird 0,6 mm FSH verwendet. Dieses wird gemäß der vorher hergestellten Schablone zugeschnitten, auf Wunsch gebeizt und im Anschluss auf der Unterseite mit verdünntem Epoxy dünn versiegelt. Danach wird es auf der Unterseite mit unverdünntem Epoxy relativ dick bestrichen und dieses gleich als „Klebstoff“ benutzt, um das Deck auf auf die Spanten und Deckstützen zu kleben. Auf diese Art ist erstens die Unterseite des Decks gut versiegelt, zweitens ein entsprechend großflächiges Kleben möglich. Angedrückt auf die Sheer, die Deckstützen und die Spanten wird das Deck durch Einsatz von Krepp-Klebeband sowie durch Beschweren mit Büchern. Wurde das Deck aus 2 Teilen gefertigt, so kann eine Mittelleiste helfen, den Zusammenstoß der Deckflächen zu kaschieren. Nach Verschleifen der Deckskanten mit Sheer und Coaming sollte das Ergebnis wie im nachfolgenden Bild (auf dem noch nicht der Schleifstaub entfernt wurde) aussehen.
Abbildung 20: Das Deck ist aufgeleimt

Abbildung 20: Das Deck ist aufgeleimt
Weiterer Innenausbau
Damit der Pilot später nicht auf dem blanken Boden knien muss, ist es angebracht, eine Gräting oder (für den Piloten bequemer) ein Kneeing-Board in das Cokcpit zu legen. Dieses muss auf Füßchen so hoch gestelllt werden, dass es nicht durch Auflage auf Spant 2 wackelt. Die Dimension muss ca. 22 x 20 cm sein; es sind entsprechende Ausschnitte für das Transomknee und den Halter des Steeringboards nötig. Eine mögliche Konstruktion aus 3mmx10mm Fichtenleisten zeigt die folgende Abbildung:
Abbildung 21: Gräting

Abbildung 21: Gräting
Der Transom, wie er im Originalplan aufgeführt ist, ist erstens zu steil und zweitens zu niedrig für
einen damals üblichen Aussenborder und passt daher auch für die meisten unserer Außenborder nur eingeschränkt. Im Original-Plan heisst es dazu lapidar: „Notch Transom to suite Engine“, ich interpretiere das so, dass an den eigentlichen Transom ein Brett zu schrauben ist, das den Motor trägt.
In „plan13_motorhalter_a4.pdf sind die Einzelteile dieses Halters eingezeichnet: Das den Motor tragende Brett besteht aus 2 3mm-FSH-Stücke, die aufeinander geklebt werden, so dass sich eine Gesamtstärke von 6 mm ergibt. Der etwas schrägere Winkel zum eigentlichen Tramsom wird durch 2 keilförmige Holzstützen gewährleistet, die im rechten Winkel einzuleimen sind.
Der Servohalter und die Seilscheibe können nach dem Plan plan_15_Seilscheibe_Servohalter gebaut werden. Der Servohalter ist hierbei für ein Low-Profile-Servo ausgelegt, beide Teile des Servohalters werden mit einer 9x9 mm Leiste verbunden (eine 5x10 mm Leiste ist zu dünn für die Schraubenbefestigung. Eine 10x10mm Leiste lies – zumindest bei dem von mir verwendeten Servo – keinen ausreichenden Platz für das Servokabel). Der mittlere Teil der Seilschebe ist aus 3 mm FSH gefertigt, die oberen und unteren Teilscheiben aus 1,5 mm FSH. Um die Scheiben schon rund zu bekommen, wird zuerst die mittlere Scheibe in ein Mikro-Tool (Proxon, Dremel o.Ä.) auf den Halter für eine Trennscheibe gespannt und mit einer Feile rund geschliffen. Danach werden Oberseite und Unterseite drauf geklebt und wieder rund geschliffen. Im Anschluss werden die Löcher und Ausschnitte, die in dem Plan der oberen Scheibe angezeichnet sind, gemeinsam durch alle Scheiben gebohrt/gesägt. Die beiden großen Ausschnitte sind lediglich zur Gewichtsreduzierung und Zierde da, in die Löcher werden nach dem Versiegeln und Lackieren M3-Gewindebuchsen (Bezug: Siehe Materialliste) zum Festklemmen der Steuerseile mit einer Schraube/Beilegscheibe eingepresst. In die Mitte der Scheibe ist ein Loch des Durchmessers zu bohren, dass es möglich ist, die ServoBefestigungsschraube durchzustecken. Die Scheibe wird dann auf ein Servo-Kreut aufgeklebt. Als Auflage für den Akku genügt es, 2 Abschnitte einer 20x5-Leiste mit 5 mm Abstand zusammen zu kleben. Abbildung 22 zeigt die gerade beschriebenen Einzelteile (in noch unbehandeltem Zustand), Abbildung 23 zeigt ihre Position im Boot. Das vordere Cockpit habe ich im Anschluß mit einer Plane – geschnitten aus einem Regenschirm und eingesäumt in Kontrastfarben - abgedeckt. Die Plane wird hierbei mit Neodymmagneten gehalten.
Abbildung 22: Servohalter, Akkuauflage, Motorhalter, Seilscheibe

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Abbildung 23: Komponenten probeweise an ihrem Arbeitsplatz

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Abstimmung
Das Boot benötigt eine Turnfin, um nicht wild durch die Gegend zu treiben – hier ist noch einiges an Optimierungsbedarf in Position und Größe. Als Antrieb wird ein Modellboot-Außenborder mit Brushless-Motor verwendet. Dieser kann einerseits selbst konstruiert werden, andererseits gibt es derartige Antriebe auch fertig zu kaufen. Eine leider ziemlich veraltete Liste von möglichen Außenborder-Typen findet sich auf: https://152vo.de/index.php/modelle/modellaussenborder/marktuebersicht.html

